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Archiv der Kategorie Gedankenwelten
Wilber …
4.9.2010 von Krümel.
Wenn Wissenschaft Objektivität vermitteln möchte, dies aber nur mit einer subjektiven Sprachen transportieren kann!?
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Der Mensch mutiert zur Ameise
3.10.2009 von Krümel.
Der Mensch ist ein Herdentier, er läuft bereitwillig der breiten Masse hinterher. Ein gut durchorganisierter Verband von willigen Medienglotzern in der Verblödungsindustrie, wo alles immer schriller, bunter und lauter wird, aber im Grunde genommen immer stupider, banaler und simpler, eben RTL-Niveau. Die Masse läuft einem Versprechen japsend hinterher. Achtung Steuersenkungen!
So stelle ich mir einen Ameisenhaufen vor, oder Zukunftsromane haben Gegenwartsbestand, entsprechen keiner Fiktion mehr, sind Tatbestand.
Individualismus, wir sind Individualisten! Wirklich? Ich sehe eine breite, graue Masse, ein stinkender gedankenloser Einheitsbrei, eine verkommene Gesellschaft, die der Wahrheit nicht ins Gesicht blicken kann und leeren, aber vor allem auch schnell-gangbare und einfachen, Versprechshüllen hinterherläuft. Heute Steuersenkungen, morgen die rentablen Renten, der demographische Wandel ist drin enthalten, und alles immer noch lauter, bunter, schneller, hektischer und immer minderer bezahlt. Durchdrehen, durchknallen, Burnout-Syndrom.
Atommeiler Krümmel wieder an die Spitze, und der Dreck wird unter den Tisch gekehrt, um den sollen sich unsere Enkel kümmern, genau wie um die Staatsverschuldung. Weitblick: wo sind die Kinder, haaallo, demographischer Wandel, da kann man lange schreien, da findet sich nix. Selbst die Lautstärke bringt da nix, nur in den Meeren, da stranden dann die Wale. Und ehrlich meine Ohren tun mir genauso weh wie den Walen …
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Marcel Möring …
20.7.2009 von Krümel.
… hat mich gedanklich erschlagen!
Man wird auf diese Welt hineinkatapultiert, ohne dass man gefragt wird, ob man dieses Leben überhaupt leben möchte!
Der Protagonist als Jude nach dem II. Weltkrieg, der seine ganze Familie verloren hat, dadurch seine Kultur, seine Heimat. Sozusagen als letzter Jude in Assen.
UND Marcel Möring stellt ganz vorsichtig einen Gedanken zur Frage, sehr gewagt, und auch bestimmt nicht alltäglich: Ob diese weiße Weste, die den Juden nach dem II. Weltkrieg angepasst wurde, ihnen überhaupt steht? Ob die Schuld der Christus-Kreuziger durch dieses Leid getilgt wird?
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Es geht mir nicht gut …
21.6.2009 von Krümel.
Es geht mir nicht gut!
Warum es mir nicht gut geht, weiß ich selber nicht.
Ich weiß nur, dass es mir nicht gut geht.
Wobei man nicht denken müsste, es ginge mir schlecht.
Nein, schlecht ist das falsche Wort, nein, schlecht,
geht es mir nicht, nur eben nicht gut.
Wenn es einem gut geht, findet man der Worte viele,
gleichermaßen, wenn es einem schlecht geht,
aber diese Worte sind hier eben fehl am Platz.
Nein, mit geht es einfach nicht gut,
und man hat keine Worte dafür.
So ist es nun mal und man kann nichts daran ändern,
es geht mir einfach nicht gut!
Heidi Hof 2003
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Fortsetzung “Zauberberg”
17.1.2009 von Krümel.
Der I. Weltkrieg ist vorbei, unser Hans hat ihn überlebt und kehrt zurück zu seinem „Zauberberg“, seine Lunge ist in den letzten Zügen, es hat sich wohl eine dritte feuchte Stelle gebildet. Er ist nicht mehr der Jüngling, und er ist auch nicht mehr Hin und Her gerissen, in ihm und auch auf seinen Zauberberg liegt jetzt der Verkündung der „ständigen Wiederkehr“.
Wir treffen Herrn Settembrini wieder, ein gebrochenes altes Männlein, er hat die Zeit in der Höhe ausgeharrt. Es bleibt ihm allerdings nicht mehr viel Zeit, er wird im ersten Drittel sterben. (Die Demokratie, doch nur eine Utopie?)
Clawdia hat die Schrecken des Krieges auch nicht überlebt, und kann deshalb nicht zurückkehren. Unser Held wartet also vergeblich darauf, dass jemand wieder Türen zuknallt. Die Zeit fließt, die Zeit dauert, die Zeit ist, die Zeit wiederholt sich nicht.
Ein Ehepaar wird den Zauberberg besuchen. Dieses ist ständig im Disput, zanken und streiten sich andauernd, und können aber auch nicht voneinander lassen. Er wird die Rassenideologie vertreten, und sie die Idee von Stalin verkörpern. Der Terror ist ihr gemeinsamer Nenner.
Im letzten Drittel des Romans wird Hans eine Vision haben, einen Kampf wie im „Schneetreiben“. Es wird wieder eine Walpurgisnacht sein, und aus der Ferne im Nebel tritt eine Gestalt auf ihn zu. „Gibst du mir meinen Bleistift wieder?“ Es ist Miroslav Hippe. Der Leser wird auch diesmal nicht wissen, was sie und ob sie irgendetwas getrieben haben, aber der Kampf mit dem Tod, die Sehnsucht nach dem Sterben wird ihm für immer in der Erinnerung bleiben.
Hans Castrop stirbt und mit seinen Todesglocken wird auch der nächste Krieg eingeläutet.
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Der Zirkel des Lebens
4.1.2009 von Krümel.
Man hat oft das Gefühl, dass man sich im Kreis dreht. Aber warum ist das so? Im Grunde genommen sollte man sich vorwärts bewegen, und so kann dies nur bedeuten:
Sich im Kreis drehen heißt auch schwach sein. Diese Schwäche
lässt nicht zu, einen geraden Weg zu gehen, und so stößt man immer wieder auf Gegebenheiten, die eine Kehre beinhalten. Und diese Schritte abseits der Strecke, werden dann weiterverfolgt. Bis man letztendlich wieder dort steht wo man angefangen hat. Was ist also das größte Hindernis? Ist es das Schwach sein oder aber das Hinterfragen der eigenen Hypothesen; die man sich im Verlaufe des Lebens, als anerkannte Tatsachen, schwer erarbeitet hat. Diese können dann von der einen Sekunde zur nächsten wieder revidiert werden, weil dessen Wahrheit nicht die letztendliche Wahrheit begründet. Man weicht ab.
Der stete Weg ist der Weg nach vorne, ohne wenn und aber. Doch was bleibt rechts und links liegen? Liegt vielleicht dort das Leben? Oder ist es ein Aberwitz für die Schwachen, die sich beirren lassen. Welchen Weg soll der labile Mensch einschlagen, um den steten Weg zu finden?
Wenn man sich im Kreis dreht, erlebt man Wiederholungen. Diese können jedoch neue Unterarten enthalten, die es dann gilt zu ergründen. Dennoch lebt auch die Unzufriedenheit in diesem Rund, weil man nicht voran kommt, dem Ziel nie näher kommt.
Oder hat man einfach die Ausfahrt verpasst, und ist jetzt sein ganzes Leben genötigt, sich im Kreis zu drehen. Wohin soll das führen?
Die Konzentration dreht sich wie eine Spirale im Kreis. Zuerst hat man noch den Blick für rechts und links, doch nach ein paar Umdrehungen lässt sie dieses nicht mehr zu. Man ist nur noch auf das Wesentliche konzentriert und gelangt in dessen Mitte.
Wie viele Umdrehungen muss man machen, um das Wesentliche zu finden? Welchen Weg soll man verfolgen?
Oder soll man einfach stehen bleiben?
Stehen bleiben heißt: still verharren. Bedeutet man bewegt sich nicht, man ruht an der Stelle. Der Blick ist nicht nach rechts und links gerichtet, was so unabdingbar zur Resignation führt. Denn wenn man sich nicht mehr bewegt, heißt das auch, dass man tot ist. Jedes noch so kleine Atom birgt Bewegung, jedes noch so winzige Quarks bewegt sich. Bewegung heißt Leben, also bewegt man sich lieber, um lebendig zu sein. Aber wohin?
Doch vielleicht entdeckt man bei der nächsten Umdrehung, doch noch eine Seitentür; die in den vorherigen Runden verborgen gewesen ist. Dieser Zugang kann einem neue Horizonte eröffnen, und Neues in sich bergen. Oder aber man entdeckt, dass es sich auch hier wieder nur um eine Sackgasse handelt und steht wieder im Kreis.
Aber was wäre, wenn man den gesamten Weg zurückverfolgen würde? Würde man zum Ausgangspunkt zurückfinden?
Könnte man nochmals von vorne beginnen?
Würde man sich nicht gleich wieder verzetteln?
Ist der Weg zurück überhaupt fassbar?
Man könnte es mal versuchen, denn man bewegt sich, und geht in steter Richtung, nur nicht nach vorne, sondern zurück.
Dezember 2003
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Hoffnung
21.12.2008 von Krümel.
Heute kehrst du hier ein und morgen bist du schon längst wieder an einem anderen Ort. Du hast das Gefühl, dass die Zeit dahin rast. Doch halt stopp, was ist denn das? Ist da nicht gerade für eine Sekunde, nur für einen Augenblick, die Zeit stehen geblieben?
Wie bei einer Seifenblase in der Luft, und dann lässt der Alltag aus purer Lust die Anordnung der Moleküle zerplatzen: „Und du nicht!“
Dort sitzt ein Alter im rasenden Zug. Er sieht aus dem Fenster, doch er kann nichts sehen, denn er erhascht nur ab und zu ein paar Fetzen, wenn die Bäume vorbei sausen. Und so hat er längst resigniert. Vorbei sind all seine Hoffnungen mit der er einst geboren wurde.
Ich setzte mich zu ihm und wir kommen ins Gespräch. Er erzählt mir vom Leben, und wie es denn wirklich sei zu leben. Ich höre ihm zu und verstehe kein Wort: Begeisterung die in Starrsinn endet, Ideale, die ins Leere verlaufen.
Er hatte eine Liebe, die ein Kind hervorbrachte, und die Freude war groß. „Um meine Familie zu ernähren musste ich schuften, mein ganzes Leben lang. Alles ist zerbrochen an der Sinnlosigkeit der Zeit. Doch was will man machen? Jetzt sitze ich hier, reise mit dem Wahn in die Endlosigkeit, hinterlasse einen Scherbenhaufen …, nichts bleibt wie es ist. Aus der Traum, es hat sich ausgeträumt. Vorbei!“
Danach senkt er sein Haupt auf seine Brust und erstarrt in der gleichen Resignation, wie ich ihn zuvor fand.
Ich schaue aus dem Fenster: Herrlichste Winterlandschaft.
Dort in der Ferne entdecke ich ein kleines Dorf mit einer Kapelle. Daneben steht ein hell erleuchteter Weihnachtsbaum. In Gedanken sehe ich Kinder, die einen Tanz um den Baum proben und sehnlichst auf den Tag der Geburt ihres Heilands warten. „Oh du fröhliche, oh du selige…“
Nach einiger Zeit ertappe ich mich dabei, dass ich leise Weihnachtslieder summe. In mir steckt so viel Hoffnung und ein ganz besonderer Glaube. Vieles möchte ich angehen, am liebsten die ganze Welt umkrempeln.
Schnell packe ich meine Tasche, denn der Zug hat meine Station erreicht, und am Bahnhof werde ich schon erwartet.
Schneeflocken rieseln und unser Weihnachtsbaum erstrahlt im Vorgarten. Alles ist so herrlich und ich vergaß den Alten.
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