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Archive für Januar 2009
to do Liste
29.1.2009 von Krümel.
Gestern habe ich mir etwas feines angelegt, eine to do Liste oder Was ich unbedingt noch lesen möchte! Damit man so etwas wie einen roten Faden bei der Lektüre nicht aus den Augen verliert, und sich nicht nur dem hopsenden Gefühl der Spontaneität überlasst, rate ich wirklich jedem eine solche Liste mal anzufertigen
Vieles was dann auf dem SuB liegt, wird danach nichtig und klein. Diese Bücher dürfen dann wild und kunterbunt durcheinander gelesen werden, je nach Lust und Laune.
Vielleicht stelle ich diese Liste mal hier ein, aber heute nicht ![]()
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Tut mir leid …
25.1.2009 von Krümel.
… denn es ist so ruhig hier geworden. Doch momentan ist mein Kopf damit angefüllt, ob das Jahr 2009 ein Wendepunkt sein könnte. Auch mein Leseverhalten wird gerade untersucht, ggf. operiert, und neu geordnet. Irgendwie verspüre ich etwas, was mir irgendetwas sagen möchte, doch meine Ohren und mein Hirn müssen sich noch an diese fremde Sprache gewöhnen, im Moment habe ich Übersetzungsprobleme. Kabelsalat!
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Ich sehe in mein Spiegelbild
19.1.2009 von Krümel.
Ich sehe in mein Spiegelbild,
erblicke ein schönes Gesicht.
Ich sehe in mein Inneres,
erkenne sehr viel Gleichklang.
Ich sehe in Deine Augen,
und entdecke eine Fratze.
November 2003
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Fortsetzung “Zauberberg”
17.1.2009 von Krümel.
Der I. Weltkrieg ist vorbei, unser Hans hat ihn überlebt und kehrt zurück zu seinem „Zauberberg“, seine Lunge ist in den letzten Zügen, es hat sich wohl eine dritte feuchte Stelle gebildet. Er ist nicht mehr der Jüngling, und er ist auch nicht mehr Hin und Her gerissen, in ihm und auch auf seinen Zauberberg liegt jetzt der Verkündung der „ständigen Wiederkehr“.
Wir treffen Herrn Settembrini wieder, ein gebrochenes altes Männlein, er hat die Zeit in der Höhe ausgeharrt. Es bleibt ihm allerdings nicht mehr viel Zeit, er wird im ersten Drittel sterben. (Die Demokratie, doch nur eine Utopie?)
Clawdia hat die Schrecken des Krieges auch nicht überlebt, und kann deshalb nicht zurückkehren. Unser Held wartet also vergeblich darauf, dass jemand wieder Türen zuknallt. Die Zeit fließt, die Zeit dauert, die Zeit ist, die Zeit wiederholt sich nicht.
Ein Ehepaar wird den Zauberberg besuchen. Dieses ist ständig im Disput, zanken und streiten sich andauernd, und können aber auch nicht voneinander lassen. Er wird die Rassenideologie vertreten, und sie die Idee von Stalin verkörpern. Der Terror ist ihr gemeinsamer Nenner.
Im letzten Drittel des Romans wird Hans eine Vision haben, einen Kampf wie im „Schneetreiben“. Es wird wieder eine Walpurgisnacht sein, und aus der Ferne im Nebel tritt eine Gestalt auf ihn zu. „Gibst du mir meinen Bleistift wieder?“ Es ist Miroslav Hippe. Der Leser wird auch diesmal nicht wissen, was sie und ob sie irgendetwas getrieben haben, aber der Kampf mit dem Tod, die Sehnsucht nach dem Sterben wird ihm für immer in der Erinnerung bleiben.
Hans Castrop stirbt und mit seinen Todesglocken wird auch der nächste Krieg eingeläutet.
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Klaus Mann nervt mich bisweilen.
14.1.2009 von Krümel.
Jetzt ist er mit Erika um die ganze Welt gezogen. Hat zunächst einen Verleger in Amerika genötigt ihn und seine Schwester großzügig einzuladen. Und dort leben sie enorm über ihr Budget hinaus, soll heißen sie nisten sich in Luxus-Hotel ein, die sie nicht bezahlen können, und reisen von New York durch Amerika (L. A.), Japan und über Russland zurück. Betteln andauernd um Geld, und sind zum Schluss hoch verschuldet. Führen ein Lotterleben in dem nur das Vergnügen zählt.
Gott sei Dank erhält Thomas Mann dann den Nobelpreis, wodurch er finaziell abgesichert ist, und die Beiden auslösen kann. Er ist eben als Vater doch nicht so eine Niete ![]()
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Erinnerung …
12.1.2009 von Krümel.
Draußen eilen Autos vorbei
die Sonne stiehlt sich zwischen
alten Hauswänden hervor.
Mein Blick liegt auf der schweren Uhr.
Sehnsuchtsvoll zähle ich ihr Ticken,
warte auf den Gong zur vollen Stunde.
Denn nur in der Mittagspause,
nach dem Essen,
verbinden einige Ampeln,
und ein breiter Steg,
mich mit meinem Lieblingsplatz.
Ein metallener Fliegenpilz,
ein großes Pferd aus Stahl,
säumen dort den Sandkasten.
„Franz Brandt Park“ klingen die Worte,
wenn meine Mutter endlich
meine kleine Hand ergreift,
und wir losgehen.
Mich an das Rad des Pilzes hängt,
andreht, schnell und schneller,
und ich erst vor Vergnügen kreische,
wenn ich mich kaum noch halten kann,
und die Schwielen in meinen
Handinnenflächen schmerzen.
Nachmittags zähle ich die Wagen,
die an unserem Schaufenster vorbeirasen,
träume von der eisernen Oase,
nicht fern,
und doch
alleine nicht zu erreichen.
Januar 2005
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Atmosphäre
9.1.2009 von Krümel.
Wie erreicht man im Buch Atmosphäre?
Natürlich durch Beschreibungen, und am besten mit vielen Adjektiven, damit der Leser sich ein genaues Bild machen kann, oder etwas nachvollziehen kann. Wenn also Gefühle oder Stimmungen genau dargestellt werden.
Aber meine Feststellung ist es nun, dass man den Augenblick länger wiedergeben muss als es lang ist. Wenn also die Zeit in Zeitlupe dargestellt wird, dann erreicht man Atmosphäre. Wenn beispielsweise ein Bild betrachtet wird, und dabei alle Farbschattierungen beschrieben werden, die Stimmung erfasst wird, und Geschichten erzählt werden, die beim Betrachten in Erinnerung kommen. Dieser Vorgang dauert normalerweise ein paar Sekunden, vielleicht eine Minute, aber es ist Kunst, jenes auch dem Leser zu vermitteln. Und damit erreicht man dann Atmosphäre.
Wenn die Zeit gerafft wird. Wenn also nur ein paar Sätze erscheinen, und danach schnell weitergesprungen wird, das erzeugt keine Atmosphäre. So entsteht höchstens ein hektisches Gefühl, Nervosität könnte man so darstellen, aber tiefgreifend ist das nicht, denn Unruhe kann man auch beschreiben. Figuren und Landschaften können vom Leser nicht erfasst werden, das Buch ist leblos.
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Und Thomas Mann war …
8.1.2009 von Krümel.
… als Vater doch nicht so eine Niete! (Teil 2)
Klaus Mann war ein Weltenbummler. Als junger Mann zog es ihn in ganz Europa umher. Er hatte hunderte von Freunden, tausend Gedanken und Träume wie seine Zukunft einmal aussehen würde. Er suchte ständig das Neue, den Kick, und hasste Wiederholungen. Und er war ja nicht das einzige Kind des “Zauberers”.
Natürlich war Thomas Mann selber gefangen in seine Gedanken, er schrieb ja fortwährend an seinen eigenen Werken. Und natürlich bekam er nicht alles mit was seine Kinder taten und machten, aber es als absolutes Desinteresse hinzustellen, das kann ich nun bei dieser Lektüre (“Der Wendepunkt” von Klaus Mann) nicht teilen.
Zumal es eine Zeit war, die ja erst kürzlich beendet worden ist, in der die Väter sich eben nicht groß um die Erziehung und Entwicklung der Kinder kümmerten.
Klaus Mann wurde früh selber Schriftsteller, er schrieb: Essays, Kommentare, Reiseberichte und Theaterstücke. Als er wieder einmal in München im elterlichen Haus anwesend war, brachte eine Zeitschrift eine vernichtende Kritik über ein Werk von Klaus. Bei Tisch wurde darüber nicht gesprochen, obwohl es DAS Stadtgespräch überall war. Man plauderte über das Wetter und sonstige Nichtigkeiten. (Weiß der Vater nichts davon?) Sehr wohl, aber er gab nur zum Ende der Mahlzeit von sich: “Jaja, die Welt ist voller bösartiger Dummheit. Man sollte sich dran gewöhnen. Jeden Morgen muss ich mindesten eine giftige Kröte herunterschlucken.”
Beim Abschied sagte Thomas Mann zu Klaus: “Viel Glück mein Sohn. Und komm Heim, wenn du elend bist.”
Nein, seine Kinder waren ihm nicht völlig gleichgültig. Er war nur äußerst tolerant und zuversichtlich, dass seine Kinder schon das Richtige machen, und ließ ihnen die größte Freiheit. Nur bei manchen Kindern ist diese Freiheit zu groß, zu weit, sie erschlägt sie. Und Klaus Mann war ein sehr labiler Mensch, er hätte wohl eine feste und strenge Hand gebraucht.
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Das waren schöne Zeiten …
7.1.2009 von Krümel.
Rengadichtung (Autoren: Heidi Hof & Sandra)
Arglosigkeit birgt
oftmals Enttäuschung - zerstört
das traumhafte Bild.
Doch - Vertrauen ohne Traum
ist leben ohne lieben
Sinnlos!
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Und Thomas Mann war …
6.1.2009 von Krümel.
… als Vater doch nicht so eine Niete!
“Im Wendepunkt” von Klaus Mann las ich nun, dass Thomas Mann sich auch ganz rührend um seine Sprösse sorgen konnte. Klaus und Golo träumten nachts von Gespenster, sie hatten schreckliche Angst, so dass Klaus es einmal nicht mehr aushielt und diese Ängste dem Kindermädchen mitteilte . Diese wiederum erzählte es direkt ihren Brötchengeber, und er stand dann zur Schlafenszeit bei den Buben im Kinderzimmer.
“Es soll hier Gespenster geben, ist mir berichtet worden, stimmt das?” Und da der Vater nun einmal eingeweiht war, erzählte Klaus von der Pein. Darauf sagte Thomas Mann, dass man folgendermaßen vorgehen müsse. A. die Gespenster zu ignorieren, denn dies treffe sie am schlimmsten, da sie alle narzißtisch veranlagt seien. B. Wenn dies nicht ausreiche müsste man ihnen ganz konkret aufzeigen, dass es sich nicht schickt für ein Gespenst unschuldige Kinder zu ängstigen! C. Falls das immer noch nicht reichen sollte, sollten sie dem Gespenst sagen, wenn es nicht verschwindet, würde ihr Vater höchstpersönlich erscheinen, und mit ihm sei nicht gut Kirschenessen!!!
Von da an war Ruhe im Kinderzimmer!
Übrigens: Seit dem hatte er den Namen “Zauberer” weg, denn er konnte Gespenster verzaubern ![]()
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