Infos

Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Bruchstücke.

Calendar
Februar 2012
M D M D F S S
« Jan    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829  
Kategorien

Archiv der Kategorie Bruchstücke

Kleine Komposition über Berlusconi

Lala …! Und los:

Ich bin gleich weg, (schön im Walzer-Rhythmus Lala!)
aber lasst mich doch noch ein Weilchen
bin bald weg
hab nur noch ein bisschen (schön rhythmisch)
dann bin ich weg
- schala - li - lala - li
weg!

Paradoxigkeit

mein Kopf ist frei, meine Gedanken sind weit
ich träum` von unendlicher Freiheit

fliegende Schwerfälligkeit
voluminöse Leichtigkeit
zarte Beständigkeit
grobe Seichtheit

mein Kopf ist frei, meine Gedanken sind weit
ich träum` von unendlicher Wahrheit

gespiegelte Richtigkeit
gerade Bauchigkeit
verschlungene Gewissheit
offene Zurückgezogenheit

mein Kopf ist frei, meine Gedanken sind weit
ich träum` von unendlicher Sinnlosigkeit

tiefsinnige Oberflächlichkeit
geistlose Gründlichkeit
gedankenvolle Nachlässigkeit
ironische Vollkommenheit

mein Kopf ist frei, meine Gedanken sind weit
ich träum` von unendlicher Klarheit

heilvolle Krankheit
pathologische Intaktheit
gelobte Verrücktheit
leidvolle Rüstigkeit

Mai 2004

Milchmädchenrechnung …

Heute war unser Hermes-Bote da, ne ganz liebe Kerl! “Früher einmal hat er in einer Fabrik Teile sortiert, doch leider hat die dicht gemacht. Danach hat er eine Zeit bei einem Eisdienst Waren ausgefahren, aber Hermes ist jetzt gut.” so sagte er mir schon ein paar Mal.
Eigentlich wollte ich nur ganz gierig nach meiner Joker Bestellung greifen, als er mir folgendes erzählte, quasi eine kleine Feststellung von ihm und ganz frisch: „Wissen Sie was mir aufgefallen ist, Häuser mit einer Hausnummer die eine 4 enthält, bestellen bei Jokers. Eben die 14 hatte auch ein Paket, nur bei der 87??? muss ich noch ein Joker-Päckchen abliefern, hm. Aber die Vier, da ist schon was dran!” Letzte Woche berichtete er mir, dass Leseratten ihm alle im Morgenmantel die Türe aufmachen, die schlafen eben alle lang. Ob er mir nächste Woche beichtet, dass Hesse-Leser alles Fetischisten sind? Auf jedem Fall freu ich mich immer, wenn der liebe Kerl klingelt :D

unerträglich

Wie kann etwas unerträglich sein, wenn schon die Umkehrung kaum zu ertragen ist. Dann muss doch das Unerträgliche nicht mehr aus zu halten sein, ein Leiden das über Körper und Verstand hinauswächst, und nicht überwindbar ist.
Der Mensch kann Dinge erdulden, auf sich nehmen, sie verkraften, bewältigen und einstecken, aber kann er das Erträgliche ertragen, und das Unerträgliche überstehen?
Wie kann man unerträglich in das Dualsystem von gut und schlecht, von positiv und negativ, einfügen, wenn es scheinbar gar nichts positives im Erträglichen gibt.
Unerträglich bis in den Tod, ist mit qualvollen Leiden einhergegangen, die so intolerabel sind, als dass man sie ertragen könnte, und endet immer mit dem Sterben zumindest der Seele.
Wobei die Seele beim Erträglichen schon sehr viel Unheil hinnimmt, und langsam verwelkt und abstirbt …

Heidi Hof 2003

Was für ein Gedanke …

Kann man etwas kaufen was gar nicht mehr existiert?
Und wie viel sollte so was kosten?
Darf man sich so was überhaupt etwas kosten lassen?

Schwierige Sache!

Na? Welches Buch lese ich?

dual …

Denn wo Licht ist, da ist auch Schatten. Nur wenn Licht in einem leeren Raum fällt, also Nichts ist, gibt es keinen Schatten. Aber wo was ist, wo es Sein gibt, da wird das Licht reflektiert und hinterlässt so seinen Schatten.

Das Problem, was uns auch bei Gott erscheint. Aber vielleicht sind im Jenseits die Dinge anders, die Dualität hebt sich auf, alles steht im Gleichmut zueinander. Damit gäbe es dann kein Gut und Böse.

Klaus Mann nervt mich bisweilen.

Jetzt ist er mit Erika um die ganze Welt gezogen. Hat zunächst einen Verleger in Amerika genötigt ihn und seine Schwester großzügig einzuladen. Und dort leben sie enorm über ihr Budget hinaus, soll heißen sie nisten sich in Luxus-Hotel ein, die sie nicht bezahlen können, und reisen von New York durch Amerika (L. A.), Japan und über Russland zurück. Betteln andauernd um Geld, und sind zum Schluss hoch verschuldet. Führen ein Lotterleben in dem nur das Vergnügen zählt.

Gott sei Dank erhält Thomas Mann dann den Nobelpreis, wodurch er finaziell abgesichert ist, und die Beiden auslösen kann. Er ist eben als Vater doch nicht so eine Niete :lol:

Atmosphäre

Wie erreicht man im Buch Atmosphäre?

Natürlich durch Beschreibungen, und am besten mit vielen Adjektiven, damit der Leser sich ein genaues Bild machen kann, oder etwas nachvollziehen kann. Wenn also Gefühle oder Stimmungen genau dargestellt werden.

Aber meine Feststellung ist es nun, dass man den Augenblick länger wiedergeben muss als es lang ist. Wenn also die Zeit in Zeitlupe dargestellt wird, dann erreicht man Atmosphäre. Wenn beispielsweise ein Bild betrachtet wird, und dabei alle Farbschattierungen beschrieben werden, die Stimmung erfasst wird, und Geschichten erzählt werden, die beim Betrachten in Erinnerung kommen. Dieser Vorgang dauert normalerweise ein paar Sekunden, vielleicht eine Minute, aber es ist Kunst, jenes auch dem Leser zu vermitteln. Und damit erreicht man dann Atmosphäre.

Wenn die Zeit gerafft wird. Wenn also nur ein paar Sätze erscheinen, und danach schnell weitergesprungen wird, das erzeugt keine Atmosphäre. So entsteht höchstens ein hektisches Gefühl, Nervosität könnte man so darstellen, aber tiefgreifend ist das nicht, denn Unruhe kann man auch beschreiben. Figuren und Landschaften können vom Leser nicht erfasst werden, das Buch ist leblos.

Und Thomas Mann war …

… als Vater doch nicht so eine Niete! (Teil 2)

Klaus Mann war ein Weltenbummler. Als junger Mann zog es ihn in ganz Europa umher. Er hatte hunderte von Freunden, tausend Gedanken und Träume wie seine Zukunft einmal aussehen würde. Er suchte ständig das Neue, den Kick, und hasste Wiederholungen. Und er war ja nicht das einzige Kind des “Zauberers”.
Natürlich war Thomas Mann selber gefangen in seine Gedanken, er schrieb ja fortwährend an seinen eigenen Werken. Und natürlich bekam er nicht alles mit was seine Kinder taten und machten, aber es als absolutes Desinteresse hinzustellen, das kann ich nun bei dieser Lektüre (“Der Wendepunkt” von Klaus Mann) nicht teilen.
Zumal es eine Zeit war, die ja erst kürzlich beendet worden ist, in der die Väter sich eben nicht groß um die Erziehung und Entwicklung der Kinder kümmerten.

Klaus Mann wurde früh selber Schriftsteller, er schrieb: Essays, Kommentare, Reiseberichte und Theaterstücke. Als er wieder einmal in München im elterlichen Haus anwesend war, brachte eine Zeitschrift eine vernichtende Kritik über ein Werk von Klaus. Bei Tisch wurde darüber nicht gesprochen, obwohl es DAS Stadtgespräch überall war. Man plauderte über das Wetter und sonstige Nichtigkeiten. (Weiß der Vater nichts davon?) Sehr wohl, aber er gab nur zum Ende der Mahlzeit von sich: “Jaja, die Welt ist voller bösartiger Dummheit. Man sollte sich dran gewöhnen. Jeden Morgen muss ich mindesten eine giftige Kröte herunterschlucken.”

Beim Abschied sagte Thomas Mann zu Klaus: “Viel Glück mein Sohn. Und komm Heim, wenn du elend bist.”

Nein, seine Kinder waren ihm nicht völlig gleichgültig. Er war nur äußerst tolerant und zuversichtlich, dass seine Kinder schon das Richtige machen, und ließ ihnen die größte Freiheit. Nur bei manchen Kindern ist diese Freiheit zu groß, zu weit, sie erschlägt sie. Und Klaus Mann war ein sehr labiler Mensch, er hätte wohl eine feste und strenge Hand gebraucht.

Und Thomas Mann war …

… als Vater doch nicht so eine Niete!

“Im Wendepunkt” von Klaus Mann las ich nun, dass Thomas Mann sich auch ganz rührend um seine Sprösse sorgen konnte. Klaus und Golo träumten nachts von Gespenster, sie hatten schreckliche Angst, so dass Klaus es einmal nicht mehr aushielt und diese Ängste dem Kindermädchen mitteilte . Diese wiederum erzählte es direkt ihren Brötchengeber, und er stand dann zur Schlafenszeit bei den Buben im Kinderzimmer.

“Es soll hier Gespenster geben, ist mir berichtet worden, stimmt das?” Und da der Vater nun einmal eingeweiht war, erzählte Klaus von der Pein. Darauf sagte Thomas Mann, dass man folgendermaßen vorgehen müsse. A. die Gespenster zu ignorieren, denn dies treffe sie am schlimmsten, da sie alle narzißtisch veranlagt seien. B. Wenn dies nicht ausreiche müsste man ihnen ganz konkret aufzeigen, dass es sich nicht schickt für ein Gespenst unschuldige Kinder zu ängstigen! C. Falls das immer noch nicht reichen sollte, sollten sie dem Gespenst sagen, wenn es nicht verschwindet, würde ihr Vater höchstpersönlich erscheinen, und mit ihm sei nicht gut Kirschenessen!!!

Von da an war Ruhe im Kinderzimmer! :D

Übrigens: Seit dem hatte er den Namen “Zauberer” weg, denn er konnte Gespenster verzaubern ;-)