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Archiv der Kategorie Gedicht
Distanz
30.10.2011 von Krümel.
Abstand halten,
Vertraulichkeit meiden.
Kontaktlosigkeit,
ohne Menschlichkeit,
noch nicht mal im Streit.
Zurückhaltung
Entfernung zeugen.
Überrundung im Kampf
Von hinten sehen,
aber nie dabei.
So wahre ich Distanz.
Heidi Hof 2007
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An Herrn Krümel
24.11.2010 von Krümel.
Verbundenheit
Wir waren mal Zwei
nun sind wir eins
entstanden ist ein
Lebensbaum
Ein Ast von dir nach rechts geneigt
findet seine Balance in meinem Linken
schau ich nach oben in die Sterne
erdest du diesen Höhenflug in der Tiefe
zarte Knospen aus dezentem Grün
glitzern in vielen Nuancen
So wiegen wir im Wind
und rasch vergeht die Zeit
Erfahrungen laufen vorbei
das Morgen schon erreicht
Im Stamm ganz
eng umschlungen
dicht bei dicht
ein Reigen
ein Liebesakt
wenn
du bist ich
und
ich bin du
nehm ich dich auf
bist du in mir
Unsere Wurzeln verwachsen
kein du, kein ich, verschmolzen zum wir
Jahr für Jahr nur noch enger zusammen
April 2004
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Shekhinah
3.6.2010 von Krümel.
Shekhinah
hörst du sie weinen
wenn sie entbehrt
ihren Gatten
siehst ihre Tränen
aus den Tiefen
ihres Exils
Lichthafte Urkraft
will gebären
LICHT
FORM
KLANG
und
WORT
schenk ihr
Ekstase
schenk ihr
das Licht
März 2004
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sitzen …
13.4.2010 von Krümel.
sitzen tränen
auf einer karierten couch
ausharren
nie geflossen
und so vertrocknen sie
ins weich des inneren
zwischen kot
aus längst vergessenen zeiten
und der stoff
vergilbt, verklebt
zudem mit flächen wo nur noch
einzelne fäden leicht verspinnt
sichtbar sind
oder löcher
gleich in den kern zeigen,
zwischen flocken wo die federn
der sitzunterlage bloßlegen
kein rot, kein gelb
und auch kein blau
übrig bleibt
ein verschmutztes grau
ohne feuchtigkeit
kein leben
ohne wasser
keine träne
November 2004
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Wenn mich …
10.2.2010 von Krümel.
Wenn mich die Ereignisse förmlich überrollen,
links und rechts, alle was von mir wollen,
dann muss ich immer wieder laufen,
den Durchfall – in der Toilette ersaufen.
Wenn die Ereignisse meine Seele verstopfen,
links und rechts, alle was in mir hineinstopfen,
dann sitz ich oft und lang
es kommt nichts, bloßer Drang.
Ich stöhn, und ächz, und drück.
Heraus kommt, Stück für Stück
Schweißgebaden und am Ende
nehme ich mir immer vor:
Kein Ereignis tritt mehr an mein Ohr!
Heidi Hof 2008
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ich möchte freidenken
10.10.2009 von Krümel.
ich möchte freidenken
so wie ich es als kind tat
ich möchte nicht begreifen
sondern lieben
tiere umarmen
blumen streicheln
mich als einheit des ganzen sehen
ich möchte unerfahren bleiben
gott in mir spüren
leben, sterben und auferstehen
möchte tanzen auf den fluten des lebens
mit dir untergehen
möchte fliegen mit dem wind
bis in die unendlichkeit
möchte lachen mit der sehnsucht
der menschlichkeit
Und nun bin ich alt!
Heidi Hof 2009
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Stromwechsel …
4.9.2009 von Krümel.
vom Wind getrieben
vom Schicksal bestimmt
landet das Samenkorn
auf fruchtbares Land
Blumenmeere entstehen
neue Wege kreuzen sich
Variationen aus Schattierungen
und Farben überlappend
so wachsen kleine Harmonien
erzeugen ein strahlendes Bild
verschieden in ihrer Gattung
unsichtbar nur ein lockeres Band
das Schicksal gegen den Wind
findet nur Platz auf karger Erde
und wächst im nächsten Jahr
allein und ohne Farben
Heidi Hof 2009
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Senryû
18.8.2009 von Krümel.
Arglosigkeit birgt
oftmals Enttäuschung - zerstört
das traumhafte Bild.
Heidi Hof
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Der Wunscherfüller
29.7.2009 von Krümel.
Egomanie des Geistes
durch eine Sanduhr gepresst
Zwang nach Erfüllung
Korn für Korn
Selbstverwirklichung
Ziel gebündelter Blick
Zentrumsgefräßig
Gräbt sich der Wurm durch`s Holz
Vermächtnis aus Kanten
Ecken
Wird er je satt?
Im Labyrinth seines Selbst
gefangen
erblickt er das Licht — nicht –
Glanz in seinen Augen
wenn er lacht
über Dich
Heidi Hof März 2004
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zeitlauf
7.7.2009 von Krümel.
ausgetrocknet, öd, verlassen
war nicht hier der ort
wo bunte schmetterlinge
mir flogen
träume alltäglichkeit waren
nichts, einsam und so still
im inneren suche ich
finde keinen klang
du bist fort
sehnsucht bleibt unerfüllt
zeit, zeitlos, weg
gefühlsmonotonie, wenn
hände ins leere greifen
wo bist du
erinnerungen verblassen
leis, zart, und erhellend
die farben kehren zurück
sommervögel kreisen mir
einerlei
auch ohne dich!
August 2004
Heidi Hof
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