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Archiv der Kategorie Gedicht

zeitlauf

ausgetrocknet, öd, verlassen

war nicht hier der ort
wo bunte schmetterlinge
mir flogen
träume alltäglichkeit waren

nichts, einsam und so still

im inneren suche ich
finde keinen klang
du bist fort
sehnsucht bleibt unerfüllt

zeit, zeitlos, weg

gefühlsmonotonie, wenn
hände ins leere greifen
wo bist du
erinnerungen verblassen

leis, zart, und erhellend

die farben kehren zurück
sommervögel kreisen mir
einerlei
auch ohne dich!

August 2004
Heidi Hof

Darf es was scharfes sein?

Saft zieht sich mir aus
allen Winkeln des Gaumens
Schweiß läuft mir perlend
über die Stirn
Meine Haut verfärbt sich
zum feurigen Rot
Ich lutsche
und meine Zunge
wird ganz taub
Herrliche Gelüste
mir wird ganz heiß
Köstliche
Chili-Häppchen! :lol:

Februar 2004
Heidi Hof

Leere

Hinter dem Nichts
gibt es eine Sphäre
ein Ding
hinter den Dingen
der Seelenleere
weich und weit

Doch der Verstand
erblickt das Nichts
erfasst keine Leere
ihm fröstelt, verdrängt
den Gedanken
ein Nicht-Nichts
kalt und hart

Unvorstellbar leer
nach dem Erkennen
das Nichts als Tor
zur Leere, doch
mein Geist sucht
auf anderer Ebene
dem Bewusstsein
entrinnend
eben leer, aber
nicht unerreichbar

Heidi Hof
Oktober 2004

der stein

pferdeherz im kieselstein
lautlose schreie
freiheit im sein
gefesselt

temperament ohne
bewegung
aufgenommen
in deiner manteltasche

durch eis getragen
resignation
des sommers

achtloser fall
du hast mich
umgebracht!

Heidi Hof 2009

Entwicklungsstudie

Version 2004

Gotteswille

Pferdeherz im Kieselstein
lautlose Schreie
Freiheit im Sein
gefesselt

Temperament ohne
Bewegung
Wehrlos
in deiner Manteltasche

Durch Eis getragen
Stagnation
des Sommers

Achtloser Fall
in Stücke
zerbrochen

Den Rest des Eintrags lesen »

Bahnhofsbank

Bahnhofsbank
Du starrst, auf
kaugummiverklebten, mürben Beton

ein Zug fährt ein
Menschenmassen
wie in einem Ameisenhaufen
wimmeln
laufen
verpassen

ein Zug rast vorbei
du schaust ihm hinterher
so wie deinem Leben
schnell
rasch
vorbei

du gehst langsam zum Steg
hörst einen Zug, er kommt
blickst auf die Gleise

„Opa, was machst du denn da?“
„Ein Löwenzahn, schau
mein Kind.“

Heidi Hof 2004

Hektik

schnell
noch einen letzten Grif
f – daneben
alles
f…….
ä…
l
…l
…….t
einsammeln
renne
und stolpere
über einen Ab
satz
lande auf dem Asphalt
eine
L
a
u
f
masch
e

 

Scheiße!

 

Heidi Hof 2004

Ein Hauch …

Nur ein Hauch von Dir
den ich aufsog, wie
Leichtigkeit aus Watte
Entflammte Gefühle in mir

Tränen aus Eis
brachen wie kleine Splitter
schwammen hinweg
Und ich zu dir

 

 Heidi Hof 2004

Ich sehe in mein Spiegelbild

Ich sehe in mein Spiegelbild,
erblicke ein schönes Gesicht.

Ich sehe in mein Inneres,
erkenne sehr viel Gleichklang.

Ich sehe in Deine Augen,
und entdecke eine Fratze.

November 2003

Erinnerung …

Draußen eilen Autos vorbei
die Sonne stiehlt sich zwischen
alten Hauswänden hervor.
Mein Blick liegt auf der schweren Uhr.
Sehnsuchtsvoll zähle ich ihr Ticken,
warte auf den Gong zur vollen Stunde.
Denn nur in der Mittagspause,
nach dem Essen,
verbinden einige Ampeln,
und ein breiter Steg,
mich mit meinem Lieblingsplatz.
Ein metallener Fliegenpilz,
ein großes Pferd aus Stahl,
säumen dort den Sandkasten.
„Franz Brandt Park“ klingen die Worte,
wenn meine Mutter endlich
meine kleine Hand ergreift,
und wir losgehen.
Mich an das Rad des Pilzes hängt,
andreht, schnell und schneller,
und ich erst vor Vergnügen kreische,
wenn ich mich kaum noch halten kann,
und die Schwielen in meinen
Handinnenflächen schmerzen.
Nachmittags zähle ich die Wagen,
die an unserem Schaufenster vorbeirasen,
träume von der eisernen Oase,
nicht fern,
und doch
alleine nicht zu erreichen.

Januar 2005